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Römer oder Griechen, wer golfte zuerst?

in Clubgeplauder 31.05.2015 20:27
von poller | 32 Beiträge

Ich habe mich in letzter Zeit immer mal wieder darüber ausgelassen wo das Golfspiel wohl angefangen hat. Bis vor kurzem bin ich immer davon ausgegangen, dass es bei den alten Römern war. Inzwischen habe ich meine Zweifel und tendiere dahin, dass es auch die alten Griechen schon gewesen sein könnten. Nehmen wir die drei bekanntesten Philosophen Sokrates (469 bis 399 v. Chr.), dessen Schüler Platon (428 bis 348 v. Chr.) oder den guten Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.), der wiederum Schüler von Platon an dessen Akademie in Athen war und später Lehrer des makedonischen Thronfolgers Alexander des Großen wurde. Was wird er ihm beigebracht haben wenn nicht Golf, oder wenigstens doch ein bisschen Philosophie über das Golfspiel? Ganz sicher ist Alexander so erfolgreich geworden, weil Aristoteles ihm ein diszipliniertes Golfspiel beigebracht hat und wie man einen Gordischen Knoten durchschlägt, was wiederum beim Schlagen eines Balles in auswegloser Lage hilft. Leser und Leserin erinnern sich auch an die Sprüche: Drei-Drei-Drei bei Issos große Keilerei und Drei-Zwei-Drei mit Alexander ist's vorbei (nämlich in Babylon). Und Sokrates - zugegeben, für das abendländische Denken hat er während der Attischen Demokratie die grundlegende griechische Philosophie entwickelt. Ob auch schon die grundlegenden Voraussetzungen für das griechische Falschspiel unserer Tage entzieht sich meiner Kenntnis. Aber warum musste er den Schierlingsbecher trinken, dessen Saft aus dem Gefleckten Schierling in der Antike gern bei Hinrichtungen und freiwilligen oder erzwungenen Selbsttötungen verwendet wurde? Ich vermute Sokrates hat bei einem Golfspiel auf seiner Scorekarte manipuliert, was seine Mitspieler ihm nicht durchgehen ließen.
Während von Sokrates keine Schriften hinterlassen wurden, wissen wir von Platon viel und durch dessen Schriften auch viel über Sokrates. Platon hat sich u. a. darum bemüht, dass der Staat den Bürgern optimale Voraussetzungen schafft und für Gerechtigkeit sorgt. Hierzu gehört unzweifelhaft auch das Anlegen von Golfplätzen für jedermann im antiken Griechenland, auch wenn das in seinen Schriften nicht explizit erwähnt wird. Wir sprechen ja heute noch von "Platonischer Liebe", aber verstehen darunter etwas ganz anderes als es Platon gemeint hat. Nach den hier erwähnten Philosophen bildete sich in Griechenland die so genannte Stoische Philosophie heraus, benannt nach der Stoa, einer Säulenhalle auf der Agora, dem Marktplatz von Athen. Chrysippos von Soli war einer der Begründer dieser Philosophie. Wahrscheinlich hat das unsere Politiker auch auf den Trichter gebracht einen "Soli" mit unbegrenzter Laufzeit einzuführen. Chrysippos war ein hervorragender Dialektiker und gleichzeitig ein Stoiker. Eigenschaften, die sich in das antike griechische Golfspiel eingeschlichen haben und bis in unsere Tage bei Spielern fest zu stellen sind. Besonders die nicht so regelfesten Spieler versuchen fast immer durch dialektische Tiraden doch noch zu erreichen, dass ihr Regelverstoß eigentlich keiner war. Wieder andere ertragen mit stoischer Ruhe ihre vergeigten Abschläge und die dutzendweise am Loch vorbei geschobenen Putts.
Bleibt zum Schluss noch Archimedes (287 bis 212 v. Chr.) zu erwähnen. Er war nach heutigen Begriffen zugleich Mathematiker, Physiker und Ingenieur, dem ja bekanntlich nichts zu "schwör" ist. Auch er hat bahnbrechende Erkenntnisse für das Golfspiel geliefert. Seine Wurfmaschinen wurden bei der Verteidigung von Syrakus gegen die römischen Belagerer im Zweiten Punischen Krieg benutzt. Heute wenden diese Erkenntnisse Golffirmen wie Callaway, Taylor Made, Titleist und viele andere bei der Entwicklung neuer Driver oder besser fliegender Bälle an. Archimedes lernte Eratosthenes in Alexandria kennen, der schon ca. 250 v. Chr. den Erdumfang am Äquator bis auf wenige Kilometer genau bestimmte. Dennoch benötigte die katholische Kirche von da an noch ca. 1700 Jahre, um die Erde als Kugel anzuerkennen. Archimedes kam leider tragisch ums Leben. Als er gerade im Sand verschiedene Kreise malte, die ihn zu einem Vorschlag für die Anlage eines ondulierten und trickreichen Grüns führen sollten, forderte er einen in die Stadt eingedrungenen Soldaten auf ihn nicht zu stören, worauf dieser kurzerhand dieses griechische Genie erschlug. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: Noli turbare circulos meos (Störe meine Kreise nicht). Also ob der Leser und die Leserin nun meiner Theorie folgen, dass die alten Griechen, lange vor den Römern und ganz lange vor den Schotten das Golfspiel betrieben haben, überlasse ich der Phantasie des Lesers oder der Leserin. Gesichert ist auf jeden Fall, dass auf Betreiben von König James II. im Jahre 1457 das schottische Parlament das Golfspielen untersagte und anordnete, dass man sich wieder mehr dem Bogenschießen zuwenden musste. Ich hoffe, dass wir eine derartige Anordnung unserer Parlamente in naher Zukunft nicht erwarten müssen.
Salve
Poller

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