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Corioliskraft beim Golfen

in Clubgeplauder 27.04.2015 23:17
von poller | 23 Beiträge

Grüezi, Moin, Servus miteinander,
viele Golfer fragen sich immer wieder, warum wird mein Drive auf der 1 immer nach rechts zu dem Baum am Wasserhindernis abgelenkt? Oder, warum landet er auf der 3 rechts in dem schmalen Graben, auf der 14 rechts im Wasser usw.? Es gibt unzählige solcher Phänomene, auf allen Golfplätzen dieser Erde, nicht nur auf unserem. Ja - heißt es dann: Du hast einen Slice, Du musst unbedingt eine Trainerstunde nehmen, der gewöhnt Dir das schnell ab. Aber dann kommt einer aus Südafrika von einer Golfreise zurück und erzählt, dass dies Problem dort unten genau umgekehrt auftritt, alle Drives gehen dort nach links weg. Ein anderer kommt gerade aus "down under" (Australien) zurück und wundert sich ebenfalls, dass auch dort die Drives nach links abgebogen sind. Die Erklärung ist ganz einfach. Einer der frühen Golfer, der französische Mathematiker und Physiker Gaspard Gustave de Coriolis (1792-1843) hat dieses Phänomen bei seinem Golfspiel entdeckt und wissenschaftlich untersucht. Neuere Golfer, wie z. B. Albert Einstein oder Jacques-Yves Cousteau haben sich ebenfalls mit dieser Materie befasst. Coriolis entdeckte, dass der Ball bei seinem Abschlag immer die Tendenz hatte nach rechts abzudrehen, jedenfalls in Frankreich, das ja bekanntlich auf der Nordhalbkugel liegt. Wissenschaftler wollen es ja immer ganz genau wissen, ergo schiffte sich Coriolis mit seinem Golfgepäck auf einer französischen Viermastbark ein, um in Südafrika, bekanntlich auf der Südhalbkugel gelegen, Golf zu spielen. Auf der Seereise vertrieb er sich die Langeweile, in dem er an Deck seine Bälle auf dem Vordeck immer in das untere Großsegel chipte; putten war aufgrund der Roll- und Stampfbewegungen des Seglers ja nicht möglich. Im Verlauf der Reise fiel Coriolis schon auf, dass der Passatwind nicht von Norden nach Süden wehte, sondern aus Nordost kam, also eine Rechtsablenkung aufwies. Als das Schiff dann den Äquator überquerte und die Südhalbkugel erreichte, blies der Passat plötzlich aus Südost und nicht aus Süd wie er erwartet hatte. Dieser für Segler so wichtige Wind erfuhr hier also eine Linksablenkung. Als Coriolis dann in Südafrika abschlug und seine Drives nach links abbogen, war für ihn die Sache klar wie dicke Tinte: Golfschläge, planetarische Winde und große Meeresströmungen wie der Golfstrom im Nordatlantik oder der Kuroshio-Strom im Pacific unterliegen auf Nordhalbkugel einer Rechts- auf Südhalbkugel einer Linksablenkung. Ihm zu Ehren wird diese ablenkende Wirkung dann auch Corioliskraft genannt. Aber vielleicht hat der eine oder die andere parallel dazu doch noch einen Slice, den Ihr Euch dann doch besser vom Trainer austreiben lassen solltet.
Pikant wird die Sache, wenn man nun noch untersuchen möchte, wie es sich beim Ablaufen des Badewassers in der Wanne verhält. Dreht der Strudel links oder rechts herum und gibt es Unterschiede auf Nord- und Südhalbkugel? Wie bei Coriolis wird diese Untersuchung für Euch nicht ganz billig. Hier bei uns auf der Nordhalbkugel müsst Ihr nur nach einem verschwitzten und verdreckten Golftag ein Vollbad nehmen und das verschmutzte Wasser ablassen und dabei den Strudel beobachten. Dreht er sich rechts oder links herum? Zum gleichen Beweis auf der Südhalbkugel empfehle ich Euch eine Golfreise nach Südafrika. Ihr müsstet dort ein Vollbad nehmen, am besten die Männer zusammen mit einer schwarzen Dame, die Damen mit dem bekannten "schwarzen Mann", in der Annahme, dass sich dann auch das Badewasser schnell dunkel färbt. Nach dem Bad wieder das Badewasser ablassen und genau beobachten wie sich der Strudel verhält, links oder rechts herum? Wer die Sache mit den Schwarzen in der Wanne (Neger darf man ohnehin nicht mehr sagen, obwohl unser ehemaliger Präsident Heinrich Lübke sie so nannte) für politisch nicht korrekt hält, gegen die Golf-Etikette verstoßend empfindet, oder deswegen sogar aus dem Hotel fliegt, kann das Experiment natürlich auch allein durchführen, aber bitte mit einem Zeugen oder einer Zeugin. Zum Beispiel mit dem Zimmermädchen vom Hotel, aber dann bitte nicht dem ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Gaston André Strauss-Kahn in New York nacheifern. Ist Euch der Aufwand zum Beweis dieses Badewasser-Phänomens nicht zu hoch, bin ich gespannt auf die Ergebnisse und auf Euren Reisebericht hier im Forum.
Viel Erfolg wünscht Euch
poller

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