#1

RE: Taktik: Schon mal drüber nachgedacht?

in Gewusst wie, Technik und Taktik 07.06.2013 23:07
von Janek Abels | 35 Beiträge

Habt ihr schon mal drüber nachgedacht wie ihr einen Platz oder ein Loch angeht? Oder stellt ihr Euch einfach mit dem Driver auf den Abschlag und haut drauf?

Ist es nicht auch manchmal sinnvoll ein Holz oder ein Eisen zu nehmen?

Muss man an jedem Loch versuchen ein Bogey zu spielen, wenn das gerade dem "persönliche Par" entspricht?

Wie plant ihr Euch eine Runde ein, was habt ihr für einen Spielplan, wenn ihr auf die Runde geht? Mit der Zeit kennt man den Platz ja sehr gut, aber nutzt ihr das auch aus?

Ich möchte hier eine kleine Diskussion über Spieltaktik eröffnen und einen kleinen Denkanstoß zu dem Thema geben.
Mein eigener Beitrag dazu folgt dann später...


Viel Spaß

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#2

RE: Taktik: Schon mal drüber nachgedacht?

in Gewusst wie, Technik und Taktik 11.06.2013 09:07
von Andreas K | 199 Beiträge

Hallo,
das könnte interessant werden.

Kurz ein paar Definition (damit wir hier über das Gleiche reden), die ich mir ausgedacht habe:

Golf-Strategie
Das Entwickeln eines Spielplans mit einem gewissen Zielergebnis und die Anpassung des Plans an die Spielsituation.

Golf-Taktik
Durchdachte Anwendung der eigenen Mittel zur Durchführung der Strategie.

Einverstanden? Gut! Dann geht es jetzt los.

Zum Auftakt möchte ich erst einmal über generelle Dinge reden, bevor ich in folgenden Beiträgen mehr spezifisch werde (so denn Interesse besteht).

Ich beschäftige mich oft mit Platz-Strategien. Das sieht man hoffentlich an Hand der Texte, die ich für unsere Spielbahnen auf der Club-Homepage geschrieben habe (Für PAR- und Bogey-Spieler).
Die sind natürlich sehr allgemein, eine individuelle Strategie und Taktik sollte, aus meiner Sicht, sehr viel weiter gehen und an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden.

Ich wundere mich oft, dass besonders Golfer im hohen Handicap Bereich gar nichts in dieser Richtung unternehmen. Aber auch bessere Golfer produzieren oftmals Dinge, bei denen ich nur mit den Kopf schütteln kann.
Versteht mich nicht falsch, wer Spaß daran hat, die unmöglichsten Schläge zu probieren und mit Freude darauf wartet, dass diese Wunderschläge mit einer Chance von 1 zu 100 auch tatsächlich eintreten, der soll gern so weiter machen.
Warum nicht mal den Driver aus dem Fairwaybunker nehmen?
Bis jetzt habe ich allerdings nur einen Golfer getroffen, der dies auch mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit praktiziert hat.

Die meisten, die ich kenne, haben aber dann besonders viel Freude am Golfen, wenn sie einen guten Score spielen. Ist das euer Ziel, dann machen eine gute Strategie und Taktik für alle Spielstärken Sinn.

„Ich schlage aber so unregelmäßig, dass es bei mir nichts bring“ höre ich dann von vielen.

Das mag ja sein, aber Fakt ist, jeder Golfer kann ein Ziel möglichst genau anvisieren, unterschiedlich ist nur die durchschnittliche Ablage. Jeder kann einen Schlag mit hoher oder niedriger Erfolgswahrscheinlichkeit wählen. Jeder kann eine Landezone oder Spielrichtung wählen, bei der Wasser, Bunker, Aus und Rough mehr oder weniger ins Spiel kommen. Jeder kann sich überlegen von wo der nächste Schlag leicht oder schwer ist.

Den Mittelweg zwischen zu aggressiv und zu konservativ zu finden ist auch hier nicht leicht. Ich habe dafür folgende Faustformel:
Wenn ich auf der Drivingrange einen Schlag 8 von 10 Mal relativ gut hinbekomme, dann hat er „Platzreife“. Wenn nicht, überlege ich mir sehr genau, ob ich ihn Wettspiel probiere.
Für Spieler mit anderem Handicap mag es eine bessere Faustformel geben, für mich ist es ein guter Wert.
Ausschließen kann ich Risikoschläge natürlich nicht, manchmal bleibt einen nichts anderes übrig oder die Spielsituation ist so, dass es das Risiko wert ist.

Zum Abschluss zwei Beispiele von diesem Wochenende die ich in Hinblick auf Spieltaktik bemerkenswert fand.

Jungsenioren Niedersachsenmeisterschaften, 2 Tag, Zählspiel, Spielbahn 18 in Hude, PAR 5, dritter Schlag.
Der Ball liegt im mitteltiefen Rough an einem steilen bergauf Hang. Das Grün ist 160 Meter entfernt. Das Grün ist ein Inselgrün. Der Spieler (Hdcp 10) nimmt ein Holz und versucht den Ball auf das Grün zu spielen.
Das geht aber schief. Der Kamerad hackt zwar voller Selbstvertrauen in den Berg aber der Ball macht nur einen 20 Meter Satz, zu seinem Glück noch vor das Wasser.
Ich wette, von dort hätte der Spieler einen kompletten Korb Bälle spielen können und die Chance einen Ball auf dem Grün zum Halten zu bringen, wäre trotzdem nahe Null gewesen.

Zweite Situation.

PGA Turnier in der USA, im Fernsehen beobachtet.
Der Ball liegt im Grünbunker, ca. 20 Meter bis zur Fahne. Die Lage ist ok. Das Grün hängt zur Fahne und es sind nur ca. 3 Meter zwischen Fahne und hinteren Grünrand aber bestimmt 10 Meter Grün vor der Fahne (vom Bunker aus gesehen). Vom Ende des Grüns geht es direkt bergab in ein Wasserhindernis.
Der Pro spielt den Ball vom Grün und vom Wasserhindernis weg, zurück auf den Fairway. Von dort macht er den Chip nahe an die Fahne und rettet mit dem Putt das Bogey.
Ich bin ein furchtbarer Bunkerspieler aber selbst für mich sah das sehr konservativ aus. Wahrscheinlich hätten die meisten guten Spieler den Schlag an die Fahne probiert.

So unterschiedlich aggressiv können die Strategien sein.

Grüße
Andreas


"Wenn Du denkst es ist schwierig neue Leute kennenzulernen, versuch mal den falschen Golfball aufzuheben."
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