#1

Geschichtsunterricht bei den DoSeGo's

in Clubgeplauder 17.04.2015 22:12
von poller | 32 Beiträge

Es hat sich bei den DoSeGo's (Donnerstag Senioren Golf) so eingebürgert, dass wir Phänomene auf dem Golfplatz mit geschichtlichen Ereignissen oder auch mit der griechischen Mythologie zu erklären versuchen. Da die Erklärung von Phänomenen im allgemeinen Interesse liegen dürfte, gebe ich hier drei Kostproben preis:
1. Als Odysseus (Ihr erinnert Euch bei Homer) mit zwei schönen Frauen am Herren-Abschlag stand, warnte ihn Circe, die Zauberin der griechischen Mythologie und Tochter des Sonnengottes Helios (Koloss von Rhodos, eines der 7 Weltwunder der Antike), vor den zwei Sirenen mit den zauberisch singenden Stimmen, die ihn bei jedem Schlag durch ihre liebreizenden Schmeicheltöne ins Verderben locken werden. Und siehe da: jedes Mal verzieht der Skipper Odysseus prompt seinen Drive, wenn diese hübschen Griechinnen in seiner Nähe wieder ihr verlockendes Säuseln anstimmen. Manche Ver-
haltensweisen und deren Folgen haben sich also über die Jahrtausende bis in unsere Zeit nicht verändert. Womit ich auf keinen Fall behaupten will, dass bei uns immer schöne Frauen mit ihrem Getuschel für verzogene Drives verantwortlich gemacht werden können. Aber "by the way": Was damals der "Koloss von Rhodos" war (ohne fremde Darlehen von den Griechen errichtet), ist bei uns jetzt die neue Driving Range, der "Koloss von Mennhausen" (mit neuem Darlehen errichtet). In diesem Sinne: hat drauf, mit oder ohne Sirenen.

2. Zugegeben - Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838) hat vermutlich noch nicht Golf gespielt. Wenn unser Platz in Mennhausen damals schon existiert hätte, dann hätte dieser berühmte französische Staatsmann, der schon König Ludwigs XVIII. Außenminister war, der die Französische Revolution unbeschadet überstand und auch auf dem Wiener Kongress eine gute Figur machte, durchaus hier spielen können. Denn unsere Gegend gehörte von 1806 bis 1813 zu Napoleons Reich. Dieser machte seinen Bruder Louis Bonaparte zum König von Holland und damit auch von Ostfriesland/Friesland etc. In der Zeit nannte sich Louis Bonaparte auch niederländisch Lodewijk Bonaparte. Aber zurück zu Talleyrand. Von ihm stammt der Satz: "Der Kaffee muss heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, süß wie die Liebe sein". Alles Attribute,die doch auf Lübbens Kaffee zutreffen. Talleyrand hätte sich mit Sicherheit bei Lübbens wohlgefühlt, denn er stammte aus dem Perigord, bekannt für seinen Bergerac-Wein, für seine Trüffel, Enten und Perlhühner - alles Zutaten, die auch in Lübbens Küche hervorragend verarbeitet werden. Hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber. Schluss mit der Völlerei - morgen steht Ihr wieder am Tee 1! À votre santé et bon appétit (l'appétit vient en mangeant !!).

3. Die Griechen unserer Tage bereiten uns weiß Gott genug Probleme. Aber wenn man sich mit der griechischen Mythologie beschäftigt, stellt man fest, dass sie das auch vor Jahrtausenden schon taten. Liest man bei Ovid (43 v. Chr. bis 17 n. Chr.) über Ikarus (Ihr wisst schon, der Typ und erste Pilot, der mit einem antiken Vorläufer der A 320 fliegen wollte), stellt man folgendes fest: Sein Flieger bestand damals nur aus einem Gestänge, an das er Federn mit Wachs befestigt hatte. Sein Vater Daedalus warnte ihn noch, nicht zu hoch (die Sonne könnte das Wachs zu Schmelzen bringen) und nicht zu tief zu fliegen (die Feuchte des Meeres könnte einen Absturz verursachen). Als Ikarus nun abhob und die Inseln Samos, Delos und Labinthos an Backbord passiert hatte, juckte ihn der Hafer und er leitete (im Gegensatz zu dem tragischen A 320-Absturz) einen Steigflug ein. Ergebnis: Er kam der Sonne zu nahe, das Wachs schmolz und er stürzte ab. Ovid hat allerdings bei Ikarus keine Suizidabsichten erwähnt. Der Vater von Ikarus ließ diesen auf einer Insel bestatten und nannte diese dann Ikaria. Warum dies lange Palaver? Macht Ihr Euch nicht manchmal auch Gedanken über so mysteriöse Ballabstürze in Wassernähe? z. B. am Abschlag 12, warum landen hier so viele Bälle im Wasser? Ziehen wir die Dinger zu schnell in einen zu steilen Steigflug oder schlagen wir schon mit Umkehrschub ab und die Bälle heben sich nicht recht von der Piste hoch? Das Gleiche passiert doch auch häufig auf der Bahn 7. Man liegt nach dem Abschlag rechts vor dem Wasser und will mit dem zweiten Schlag Richtung Fairwaybunker schön abkürzen, aber was passiert? Wasserlandung! Gut - hier ist kein Wachs wie bei Ikarus im Spiel. Ich unterstelle auch, dass die betroffenen Spieler(innen) keine Suizidabsichten haben, aber der Club sollte dieses Phänomen vielleicht doch einmal durch eine breit angelegt Studie bei der DLR (Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt e. V.) untersuchen lassen. Bei 600 000 aktiven Golfern in Deutschland wäre das Ergebnis schon interessant. Ihr scheut Euch vor den Kosten? Kein Problem - es findet sich bestimmt ein Geldinstitut das uns hierfür ein weiteres Darlehen einräumt. Vielleicht sollten wir die Gewässer in der Zwischenzeit schon einmalumbenennen, à la Daedalus in Titleistaria, Srixonia oder Callawayria? Euch allen wünscht weiterhin ein schönes Spiel
Jan Peter

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#2

RE: Geschichtsunterricht bei den DoSeGo's

in Clubgeplauder 19.04.2015 12:41
von Hibbi | 84 Beiträge

Mehr davon Jan Peter. Ich habe mich köstlich amüsiert


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